• HANS ROTH
  • THEOLOGE UND ARCHITEKT
  • BAUMEISTER IM URWALD
  • UNGEHEURE ANSTRENGUNGEN
  • MODERNE INTERPRETATIONEN
  • LEICHTIGKEIT SICHTBAR MACHEN
  • NEUE GEMEINSCHAFT
  • MARTIN SCHMIDS ERBE
  • HANS ROTH

    Hans Roth (1934–1999) war ein Schweizer Architekt und Theologe

    Fast drei Jahrzehnte lebte und arbeitete er in Chiquitos im subtropischen Tiefland von Bolivien, wo er die barocken Kirchen des Schweizer Jesuitenmissionars Martin Schmid restaurierte.

    Die von ihm geretteten Kirchen samt der dazugehörenden Dörfer wurden in die Liste des UNESCO Weltkulturguts aufgenommen.

    Eine „Ruta turística Hans Roth“ verbindet heute Orte seines Schaffens.

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  • THEOLOGE UND ARCHITEKT

    Hans Roth wurde in Zürich geboren. 1955 tritt er den Jesuiten bei – dem Orden gehört er bis 1976 an. Er studierte Philosophie und Theologie in Indien und England. Dazwischen erwarb er das Architekturdiplom an der ETH Zürich.

    In seinem eigenen Büro plant er in den Jahren 1971/72 Projekte für die Jesuiten. Das „Jesuitenkolleg“ in Feldkirch (Österreich) wird allerdings nicht realisiert.

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  • BAUMEISTER IM URWALD

    1972 startet der Schweizer Missionsprokurator Felix Plattner die Aktion „Rettet San Rafael“. In seinem Auftrag reist Roth nach Südamerika.

Ursprünglich auf ein halbes Jahr angelegt, war es der Startschuss für ein fast drei Jahrzehnte umfassendes Lebenswerk.

    Unter schwierigen Umständen rettete er fünf grosse, einsturzgefährdete Kirchen mit reicher künstlerischer Ausstattung. Die Restaurierung der letzten Kirche, Santa Ana, ist bei seinem Tod weit fortgeschritten.

    „So ist die Erneuerung der von P. Schmid gebauten Kirchen heute gleichbedeutend mit der Rettung des kulturellen Erbes der Chiquitaner und mit der Sicherstellung ihrer Geschichte, die nur noch in diesen Gebäuden versinnbildet bleibt.“ (Hans Roth)

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  • UNGEHEURE ANSTRENGUNGEN

    Alle Mitarbeitenden musste Hans Roth selbst ausbilden.

    Dabei entwickelte er nicht nur Verständnis für die spezifische Situation der ersten Missionare, sondern auch für eine Dynamik der Zusammenarbeit, die ohne spzeifisch indigens Wissen nicht auskommt.

    „Die handwerkliche, organisatorische und künstlerische Restaurationsarbeit von San Rafael hat sich, mit wenigen Ausnahmen an modernen Hilfsmitteln, in der Primitivität der früheren Zeiten abgespielt."

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  • MODERNE INTERPRETATIONEN

    In seinen Neubauten zeigt sich Hans Roth als visionärer Interpret lokaler Traditionen. Unglaublich kühn und gleichzeitig sensibel fügt sich Roths Neubau der Wallfahrtskirche von El Chochis in die atemberaubende Landschaft.

    Zu Hans Roths Vermächtnis gehören auch sechs grosse Kirchen und 20 Kapellen: jede einzelne ein individueller Beleg dafür, wie sehr Roth dem reinen Zweckbau misstraute. Deshalb schuf er liturgische Räume voll mit Bildern und Symbolen. Dabei griff er auch für seine modernen Entwürfe auf regionale Handwerkskunst und Bautraditionen zurück.

    „Das Ritual wurde in den Jesuitenreduktionen bewusst als Glaubensvermittler gebraucht, weil es sich eben in den tieferen seelischen Schichten des Menschen festzusetzen vermochte.“

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  • LEICHTIGKEIT SICHTBAR MACHEN

    Eine Kirche, von Pfeilern getragen: Hans Roths Entwurf für Ascension de Guarayos ersetzt alle Wände durch ein Glas- und Fensterband. Die Dachkonstruktion ruht, für alle offensichtlich, allein auf den Holzpfeilern.

    Die Konstruktionsweise hat ihren Ursprung im traditionellen Indiohaus und findet sich auch in den Kirchen der Jesuitenreduktionen. Dort allerdings sind die meisten Säulen dem Blick entzogen und buchstäblich eingemauert.

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  • NEUE GEMEINSCHAFT

    1976 verlässt Hans Roth den Jesuiten-Orden. Er heiratet die Krankenschwester Heidi Schmidt und gründet eine Familie.

    Weiterhin arbeitet er in Südamerika als Architekt, nun im Auftrag des Wiener Instituts für Internationale Zusammenarbeit.

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  • MARTIN SCHMIDS ERBE

    Gleich zu Beginn seiner Restaurationsarbeit 1972 entdeckt Hans Roth das musikalische Erbe des Jesuiten-Baumeisters Martin Schmid SJ.

    Roths lebenslange Begeisterung für Schmid führt auch zu einem leidenschaftlichen Einsatz für seine Musik. Damit löst er in Bolivien, Paraguay und Argentinien einen eigentlichen Boom alter Musik aus.

    „Ich bin nicht sicher, ob man sich in der Schweiz eigentlich so recht bewusst ist, dass ein Landsmann zu den bedeutendsten Missionaren Südamerikas gehörte, also zu jenen Männern, die eines der interessantesten Missions- und Entwicklungsprojekte der Neuzeit geschaffen haben.“

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